Canal-Verein e.V.
Der zwischen 1777 und 1784 erbaute Schleswig-Holsteinische Kanal oder Eiderkanal ist eines der bedeutendsten historischen Technikbauwerke Schleswig-Holsteins. Er verband die Kieler Förde mit der unteren Eider bei Rendsburg und galt bis zur Fertigstellung des Nord-Ostsee-Kanal 1895 als die wichtigste künstliche Wasserstraße Europas. Er war der erste Kanal der Welt, den auch seegehende Schiffe befahren konnten.
Zwischen Kiel und Rendsburg sind heute noch drei Schleusenbauwerke und überwiegend abschnittsweise Reste des Kanalbetts erhalten. Seit 1982 sind die Schleusen mit kurzen Kanalstücken als Baudenkmale von besonderer Bedeutung in das Denkmalbuch eingetragen. Der Kanal selbst ist als einfaches Kulturdenkmal erfasst. Seit dieser Zeit gibt es intensive Bemühungen, den Kanal als eines der bedeutenden technischen Denkmäler Schleswig-Holsteins zu bewahren.
Der Canal-Verein e.V. fördert die Erforschung und Verbreitung von Kenntnissen über die Planung, Entstehung und Funktion der schleswig-holsteinischen Kanäle und Wasserstraßen, sowie über die maritimen Probleme der Ost- und Nordseewelt in Vergangenheit und Gegenwart. Auch denkmalgerechte Erhaltung und Restaurierung der dazugehörigen Anlagen und Baudenkmäler gehören zu seinen Aufgaben. Weiter fördert der Verein wissenschaftliche Arbeiten über die Wirtschaftsgeschichte und die Geschichte gebauter, aber auch geplanter Kanäle.
225 Jahre Eiderkanal – 13. September 2009 in Kluvensiek
Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, Schirmherr der Schleusenanlage Kluvensiek, zum 225jährigen Jubiläum des Eiderkanals: „Der Eiderkanal wird liebevoll gehegt und gepflegt, das kann man wohl sagen! Das ist das Verdienst des Canal-Vereins.“
Am 18. Oktober 1784 machten zwei Schiffe von Kiel nach Rendsburg auf dem neu erbauten Eiderkanal eine Probefahrt. Sie gelang, und das war der Beginn von 111 Jahren Schiffahrt zwischen Nord- und Ostsee quer durch Schleswig–Holstein. 225 Jahre später feierten rund 130 Gäste des Canal-Vereins am 13. September 2009, dem „Tag des offenen Denkmals“, zusammen mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen im Herrenhaus Kluvensiek das 225jährige Bestehen des Kanals.
An die lange Geschichte des Kanals, die gemeinsame deutsch-dänische Vergangenheit und die Bedeutung des Eiderkanals für die Geschichte Schleswig-Holsteins, aber auch für die Entwicklung des modernen Tourismus in der Region erinnerten in Grußworten Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, der dänische Generalkonsul Prof. Dr. Henrik Becker-Christensen, Landeskonservator Dr. Michael Paarmann und Canal-Verein-Vorsitzender Dr. Jürgen Rohweder. Dr. Lars N. Henningsen aus der Studieafdeling der Dansk Centralbibiotek in Flensburg gab in seinem Festvortrag einen Einblick in die Zeit und die Umstände, unter denen der Eiderkanal entstand und schlug einen Bogen zu heutigen Projekten, wie der geplanten Fehmarn-Belt-Querung.
Interessierte hatten im Anschluß die Gelegenheit, im Herrenhaus Kluvensiek eine Ausstellung zur Geschichte des Eiderkanals, die Dr. Doris Tillmann vom Kieler Stadt- und Schiffahrtsmuseum beigesteuert hatte zu sehen und anschließend die Schleusenanlage Kluvensiek unter sachkundiger Führung von Architekt Horst Krug und Bovenaus Bürgermeister Jürgen Liebsch zu besichtigen.
Architekt Horst Krug, der ein großes Gutachten zur Sanierung der Schleusenanlage Kluvensiek erarbeitet hat und Bürgermeister Jürgen Liebsch ( v.l.n.r rechts neben der Informationstafel) erläutern Geschichte und Zukunft der Schleusenanlage Kluvensiek.
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